Ansprache in der ökumenischen Andacht am 3. März 2009 anlässlich des 750. Jahrestages der Grundsteinlegung des Altenberger Domes


Liebe ökumenische Festgemeinde!

Heute soll uns ein Text aus dem Kolosser-Brief begleiten.

„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen:
Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit;
mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen."

Der christliche Glaube entfaltet und verschenkt sich in der Liebe zu den Menschen. Nichts anderes ist in den Worten des Apostels Paulus gemeint und angesprochen. Liebe ist Mitte und Kraft für ein gelingendes gutes Leben. Täglich bemühen wir uns darum: dass zwischen Eltern und Kindern, zwischen Menschen, die in Gemeinschaft zusammengehören, zwischen den Christen sich Liebe ausbreitet, verbindet, vergibt, verzeiht, ermutigt und warnt! So erlebe ich es – so vermisse ich es – so wünsche ich es mir immer.

Und damit sind wir mitten in der Botschaft der „Guten Nachricht“ an die Kolosser und an uns, heute an diesem Festtag der Grundsteinlegung.

Denn in nichts anderem als in diesem guten und vertrauensvollen Miteinander und Füreinander, in Dankbarkeit und Achtung und im Geltenlassen des anderen – was nicht immer leicht ist – in Hilfe und Aufmerksamkeit, ergibt sich das Glück und die Freude aller.

Paulus sieht dies im Blick auf die Gemeinde der Christen vor Ort, wo die Achtung der jeweils anderen ebenso selbstverständlich sein soll, wie Respekt, Akzeptanz in versöhnter Verschiedenheit, gegenseitige Hilfe und auch ein gutes Miteinander der Generationen. Dazu noch Geduld und Nachsicht, Ruhe und Langmut: eben Güte, die aus der Kraft der Liebe kommt. Darum bemühen wir uns! Das ist unsere Zukunftsaufgabe.

Der Apostel spricht dann noch etwas anderes an, was für uns Christenmenschen hier in diesem Gotteshaus von besonderer Wichtigkeit ist: die Musik. Ja, wir singen und musizieren fleißig in unseren Gemeinden:

in den Chören für jung und alt, es werden Posaunen geblasen und die alten Choräle gesungen. Und als Unterstützung unserer Stimmen in Freud und Leid begleitet uns bei jedem Gottesdienst die Domorgel. Musik und Instrumente, angefangen bei der eigenen Stimme, sind Gaben Gottes für unser Leben in der Gemeinschaft. Niemand kann auf sie verzichten. Und so meint Martin Luther zu Recht:

„Musika ist das beste Labsal einem betrübten Herzen und Menschen,
dadurch die Seele wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird.
Sie vertreibt den Bösen und nötigt uns, dass wir gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger werden und leben."

Hier in Altenberg verbindet uns die Musik durch die Zeit und über die Trennung der Konfessionen. Gottes Wort und Sakrament kommen tröstend und stärkend zu uns. Im Gebet suchen Menschen an diesem Ort Gottes Nähe. Aber vom Chorgesang der Mönche bis zu den geistlichen Kompositionen, vom Kindergesang der Kleinsten bis zum festlichen Gesang der vielen Chöre und Kantoreien; an diesem Ort erklingt das Lob Gottes durch die Jahrhunderte.

Lassen Sie uns diesen besonderen Schatz nicht nur bewahren und erhalten – er ist eine besondere Gabe der Fürsorge Gottes für unsere Kirchen, für die ganze Region.

Lassen Sie uns mit einstimmen hier und heute und überall da, wo wir dazu kommen und dabei sind: singend, musizierend und hörend.

Amen