Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Altenberg

Die Evangelische Kirchengemeinde Altenberg ist in zwei Pfarrbezirke aufgeteilt: Pfarrbezirk I (Altenberger Dom) in Odenthal-Altenberg und Pfarrbezirk II (Andreaskirche) in Schildgen/Stadt Bergisch Gladbach.

Die Anfänge

Pfarrer Gerhard Hage

Der preußische König verfügte nach der Wiederherstellung des Altenberger Domes (siehe Seite „Zur Geschichte Altenbergs") dessen "simultane Nutzung“ durch die beiden großen christlichen Konfessionen. Es folgten lange Verhandlungen, und nach zehnjährigem Sträuben der zuständigen Kölner Kirchenbehörden erhielten die Protestanten schließlich die Erlaubnis zur Nutzung des Domes. Die damals knapp 100 hier lebenden Evangelischen waren zufrieden.

Am 3. Juli 1857 wurden den Vertretern beider Konfessionen die Schlüssel zum Dom überreicht. Die kleine evangelische Gemeinde konnte endlich am 13. August 1857 ihren ersten Gottesdienst im Dom feiern, und mit ihr so um 3000 evangelische Christen aus der näheren und weiteren Umgebung.

1869 wurde die evangelische Kirchengemeinde Schlebusch-Altenberg gegründet, mit je einem eigenen Presbyterium, aber mit einem gemeinsamen Pfarrer. Während der nächsten 75 Jahre oblag die Seelsorge für die Gemeindeglieder in Altenberg den Schlebuscher Pfarrern. Schlebusch ist heute ein Stadtteil von Leverkusen.Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Evangelischen jedoch rasch an. Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten fanden hier Unterkunft und eine zweite Heimat. 1947 erhielt Altenberg daher einen Vertriebenenpfarrer, Max Kühnert. Die Zahl der Gemeindeglieder betrug ca. 1100. 

Drei Jahre später (1950) wurde Altenberg „selbständig“, eine eigene Pfarrstelle wurde ausgeschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Solingen, jetzt wurde sie in den Kirchenkreis Köln eingegliedert. Der wiederum wurde 1963 geteilt, seither gehört Altenberg zum Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch.

Bis jedoch der erste Altenberger Pfarrer seine Arbeit aufnehmen konnte, verging noch etwas Zeit, mit Hilfspfarrern und Pfarrverwesern wurde sie überbrückt. Erst im Juni 1953 konnte Gerhard Hage als erster Pfarrer Altenbergs in sein Amt eingeführt werden.

Von den 50er Jahren bis heute

Pfarrer Botho Kurth

Jetzt begann der Gemeindeaufbau. Es gab zwar das neugebaute Pfarrhaus, aber sonst kein eigenes Gebäude. Die Arbeit wurde erschwert durch die große räumliche Ausdehnung der Kirchengemeinde, die sich mit der Kommunalgemeinde Odenthal deckte, zu der damals auch Schildgen gehörte.

Die Zahl der Gemeindeglieder wuchs, in Schildgen schneller als in Altenberg, daher plante man in Schildgen eine eigene Kirche. 1967 konnten die Andreaskirche und das dazugehörige Gemeindezentrum eingeweiht werden. Die Provisorien vergangener Jahre hatten ein Ende. 1972 wurde für Schildgen eine zweite Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Altenberg eingerichtet. Der erste Pfarrer in ihr war Rudolf Jacobs, der bis 1988 dort tätig war. Seine Nachfolger waren Pfarrer Christoph Nötzel von 1989 bis Februar 2010 und Pfarrer Hermann Kotthaus von März 2011 bis September 2016. Seit November 2016 ist das Pfarrerehepaar Eva und Jürgen Manderla seelsorgerisch in Schildgen tätig. 

Infolge der kommunalen Neuordnung gehört Schildgen seit 1975 zu Bergisch Gladbach, als Kirchengemeinde jedoch weiterhin zu Altenberg. Die Grenze zwischen den beiden Pfarrbezirken bildet die Dhünn, ein Nebenfluss der Wupper.

Im Herbst 1979 ging Pfarrer Gerhard Hage in den Ruhestand. Über 26 lange Jahre wirkte er in Altenberg und baute – im wahrsten Sinne des Wortes – die Gemeinde auf.

Sein Nachfolger wurde Pfarrer Botho Kurth, der fast 17 Jahre die „Schäfchen“ seiner Gemeinde versorgte und umsorgte. Im März 1995 trat er in den Ruhestand. Er verstarb im Juni 2016.

Im Februar 1996 übernahm mit Pfarrerin Claudia Posche zum ersten Mal eine Frau das Pfarramt am Dom.